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Februar 1893: Emanuele Notarbartolo, gerade seines Amtes enthobener Direktor der
Bank von Sizilien, macht es sich im Erster-Klasse-Abteil der Eisenbahn in Richtung Palermo bequem. Endlich hat er den Entschluss gefasst, sich dort an höchster Stelle von geheimen Kenntnissen zu befreien, die sein Gewissen schon lange belasten; Kenntnisse, die die dunklen Machenschaften der Bank betreffen. Notarbartolos eigentümliche Unruhe ist berechtigt, seine Reise währt nur kurz: er wir nie dazu kommen, seine wichtige Mitteilung zu machen.
Was wie der virtuose Auftakt eines Kriminalromans erscheint, hat sich tatsächlich zugetragen; die Ermittlungen um diesen spektakulären Mordfall verliefen im Sande. Erst Jahre später fällt der Verdacht auf Raffaele Palizzolo, genannt ?der Schwan?. Der Parlamentsabgeordnete, der eigentlich Dichter werden wollte, lebt mit seinen unverheirateten Schwestern zusammen und holt sich von Zeit zu Zeit Trost und Lebensmut bei der schönen jungen Bäuerin Felicetta. Er ist der Drahtzieher des Mordes an Notarbartolo, und seine schillernde Persönlichkeit gewährt tiefe Einblicke in die Psychologie des Mafioso: kindliche Sanftmut und eiskalte Grausamkeit, bigotte Frömmigkeit und moralische Skrupellosigkeit, der verquere Nationalismus des Sizilianers und dessen Minderwertigkeitskomplex gegenüber den Landsleuten aus dem Norden. Nach drei Prozessen wird er schliesslich freigesprochen und in Palermo als sizilianischer Nationalheld triumphal gefeiert. Er hat sich gegen ?die im Norden? behauptet und damit die irrationale, ganz eigene Gesellschaftsordnung der Mafia bestätigt.
Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag und 240 Seiten / guter Zustand minime Lesespuren
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