Welpenhandel: Warum Billigwelpen aus dem Ausland oft krank sind
von CorneliaL
Sunday 18.01.2026
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Immer wieder werden vermeintlich niedliche und günstige Welpen über das Internet oder Kleinanzeigenportale angeboten. Doch hinter den Angeboten verbirgt sich oft ein skrupelloser Welpenhandel mit gravierenden Folgen für Tier und Mensch. In diesem Beitrag erfährst du, warum Billigwelpen aus dem Ausland häufig krank sind, wie du die Maschen unseriöser Händler erkennst und worauf du beim Welpenkauf achten solltest.Was ist Welpenhandel?
Welpenhandel bezeichnet den gewerbsmässigen Verkauf von Hundewelpen, meist über Landesgrenzen hinweg. Besonders betroffen sind osteuropäische Länder wie Rumänien, Ungarn, Bulgarien oder die Slowakei. Dort werden Welpen unter tierschutzwidrigen Bedingungen gezüchtet, viel zu früh von der Mutter getrennt und in Transporten mit schlechtem Hygienestandard ins Ausland gebracht.Warum sind Billigwelpen aus dem Ausland oft krank?
Fehlende medizinische Versorgung
Die Tiere werden oft weder entwurmt noch geimpft. Viele Impfpässe sind gefälscht. Das führt zu schweren Infektionen wie Parvovirose, Staupe oder Tollwut – Krankheiten, die tödlich enden können.Frühe Trennung von der Mutter
Welpen werden teilweise mit nur 3 bis 4 Wochen abgegeben, obwohl sie mindestens 8 Wochen bei der Mutter bleiben sollten. Das schwächt nicht nur das Immunsystem, sondern verhindert auch eine gesunde soziale Entwicklung.Stress und unhygienische Transporte
Die Tiere werden in Transportern oft ohne Wasser, Licht und Frischluft stunden- oder tagelang durch Europa gefahren. Das führt zu Stress, Dehydrierung und weiteren Krankheiten.Inzucht und Qualzucht
Um schnelle Gewinne zu erzielen, werden Tiere wahllos verpaart. Das führt zu genetischen Defekten, Verhaltensauffälligkeiten und chronischen Erkrankungen.Die Tricks der Händler
Skrupellose Welpenhändler nutzen eine Vielzahl an Tricks, um Vertrauen zu erwecken und ihre wahre Absicht zu verschleiern:
Gefälschte Identitäten: Die Anbieter geben sich oft als private Familien aus, die "ausnahmsweise" einen Wurf verkaufen. In Wahrheit stehen professionelle Händler oder gar mafiöse Strukturen dahinter.
Angebliche Notfälle: Es wird Druck aufgebaut mit Aussagen wie: "Die Familie muss auswandern", "Die Mutter ist gestorben" oder "Wir müssen die Welpen dringend loswerden".
Keine Besichtigung möglich: Eine Besichtigung der Tiere vor Ort wird vermieden. Stattdessen wird eine Lieferung an Parkplätze oder Raststätten angeboten.
Mehrere Rassen im Angebot: Wird mehr als ein Wurf oder gar mehrere Rassen angeboten, ist Misstrauen angebracht. Seriöse Züchter spezialisieren sich meist auf eine Rasse.
Unnatürlich günstige Preise: Ein vollständig geimpfter, gechipter und gut sozialisierter Welpe kann nicht für ein paar Hundert Franken abgegeben werden. Niedrige Preise sind oft ein Warnsignal.
Schnelle Abgabe: Welpen werden angeblich "sofort abholbereit" angeboten – ohne dass Gesundheitsnachweise oder Vorkontrolle erfolgt sind.Woran erkenne ich einen seriösen Züchter?
Ein seriöser Züchter hat das Wohl der Tiere im Blick und handelt verantwortungsvoll. Achte auf folgende Merkmale:
Besichtigung vor Ort: Du darfst die Mutterhündin sowie die anderen Welpen in ihrem gewohnten Umfeld sehen. Die Tiere leben im Haus oder in gepflegten Räumen und machen einen gesunden Eindruck.
Gespräch auf Augenhöhe: Der Züchter interessiert sich für deine Lebenssituation, stellt Fragen zur Haltung, Erfahrung und künftigen Umgebung des Hundes. Er gibt den Welpen nicht "an jeden" ab.
Gesundheitsnachweise: Der Welpe ist mehrfach entwurmt, geimpft, gechippt und besitzt einen korrekt ausgefüllten Heimtierausweis mit aktuellen Daten. Ggf. liegt ein tierärztliches Gesundheitszeugnis bei.
Abgabe erst ab 8 Wochen: Kein Welpe wird vor der 8. Lebenswoche abgegeben. Gute Züchter warten oft bis zur 10. oder 12. Woche.
Langfristiger Kontakt: Ein vertrauenswürdiger Züchter steht auch nach dem Kauf bei Fragen zur Verfügung und interessiert sich für die Entwicklung des Hundes.
Vertragliche Absicherung: Du erhältst einen schriftlichen Kaufvertrag mit Angaben zu Herkunft, Gesundheitsstatus, Eltern und Aufzuchtbedingungen.
Zugehörigkeit zu einem Zuchtverband: Idealerweise ist der Züchter einem anerkannten Zuchtverein angeschlossen, der Kontrollen durchführt und Standards vorgibt.Fazit: Kein Schnäppchen ohne Risiko
So verlockend ein günstiger Welpenpreis auch klingen mag: Billigwelpen aus dem Ausland kommen oft krank, traumatisiert und unter leidvollen Umständen nach Hause. Die Folgekosten für Tierarzt, Training und ggf. rechtliche Schritte sind meist um ein Vielfaches höher als ein Welpe aus seriöser Zucht.Tipp:
Wir geben unser Bestes, um unseriöse Anbieter frühzeitig zu erkennen und zu entfernen. Dennoch sollten auch Inserate auf Plattformen wie trovas.ch sorgfältig geprüft werden. Im Zweifel lieber einmal mehr fragen oder den Tierschutz kontaktieren.Schütze dich und die Tiere – kein Kauf aus Mitleid!
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